Autobranche feiert Absatzrekorde

Das vergangene Jahr war ein gutes für die deutschen Autohersteller. Im Zuge der am Montag begonnenen Detroit Auto Show, dem ersten Branchentreff des Jahres, verkündete Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender des VW-Konzerns, im letzten Jahr so viele Autos wie noch nie verkauft zu haben. Mit 7,14 Millionen abgesetzten Wagen, habe der weltweite Umsatz 13,5 Prozent betragen, wie Winterkorn in Detroit erklärte. Im nun begonnenen Jahr gehe man von einem Wachstum von über fünf Prozent aus. Auch die VW-Töchter Audi und Porsche hätten gute Aussichten für 2011, wie die Nachrichtenagentur dapd heute mitteilte.

VW will weiter wachsen

So gehe man bei Audi davon aus, in diesem Jahr den Absatz um über 10 Prozent auf 1,2 Millionen PKW zu steigern. Wie der Vorstandschef der VW-Tocher, Rupert Stadler, angab, seien die Verkaufszahlen quer durch alle Baureihen positiv, angefangen beim neuen Audi A1. Es gebe sogar “Versorgungsengpässe”, etwa beim Geländewagen Q7. Auch Porsche hat Grund zur Freude. Der deutsche Autohersteller konnte seinen Absatz im letzten Jahr mit 95 000 ausgelieferten Autos um 25 Prozent steigern, wie Vorstandsvorsitzender Matthias Müller mitteilte. Noch positiver hätten sich die Auftragseingänge entwickelt, die um ganze 50 Prozent auf 110 000 Aufträge zulegten.

“2011 wird das Schlüsseljahr für VW in den USA”, wie Winterkorn in Detroit betonte. Dort wird derzeit das neue, für den US-Markt produzierte Modell des Passats vorgestellt, das im Spätsommer auf den Markt kommen soll. Davon will VW in diesem Jahr 150 000 Stück verkaufen. Dieser Wagen ist größer als der deutsche Passat und soll “in der 20 000 Dollar”-Preisklasse liegen. Der Konzern denkt auch über neue Aufgaben für sein Werk in Osnabrück nach, welches früher dem Zulieferer Karmann gehörte, aber nun Teil des Konzerns ist. In wenigen Wochen soll dort die Produktion des Golf Cabrios anlaufen. Mittelfristig sei geplant, auch noch die Porsche-Einsteigermodelle Boxster und Cayman in Osnabrück zu produzieren.

Auch BMW und Daimler feiern Erfolge

Doch ist VW nicht der einzige Autoproduzent, der erfreuliche Nachrichten mitzuteilen hat. Wie die Tagesschau (online) berichtete, verbuchten die Bayrischen Motorenwerke (BMW) ebenfalls eines der besten Absatzergebnisse ihrer Firmengeschichte. Wie der Konzern mitteilte, seien 2010 weltweit 1,46 Millionen Autos verkauft wurden. Nur 2007 seien nach Angaben des Unternehmens mehr Fahrzeuge abgesetzt wurden. Wie der BMW-Vorstand Ian Robertson erklärte, wolle man in diesem Jahr den damaligen Spitzenwert von 1,5 Millionen verkauften Autos übertreffen. Das Unternehmen strebe “sowohl für die BMW-Group, als auch für die drei Marken neue Absatzrekorde an”, so Robertson. Eine dieser Marken, Rolls Royce, konnte mit 2 711 verkauften Wagen ebenfalls einen Verkaufsrekord erzielen.

Auch die Daimler AG und mit ihr Mercedes Benz rechne mit einem exzellenten Jahr 2011, wie ihr Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche gegenüber Medien betonte. Seiner Ansicht nach dürfe der globale Automobilmarkt 2011 um weitere sechs Prozent zulegen. Die Daimler-Tochter Mercedes Benz konnte 2010 seinen Absatz um zwölf Prozent auf rund 1,3 Millionen Autos erhöhen, wie die dapd mitteilte. Weiterhin sei geplant die Produktion der C-Klasse, die im März mit verbrauchsgünstigeren Motoren auf den europäischen Markt kommt, mittelfristig von Sindelfingen und Bremen auf die Standorte Tuscaloosa/Alabama und Bremen zu verteilen. Ab 2014 dann soll der amerikanische Markt von Tuscaloosa und der europäische von Bremen aus bedient werden.

Toyota weiterhin auf Platz 1

Aber auch Autohersteller aus anderen Nationen konnten die positive Entwicklung der Märkte für sich nutzen. So verkündete der französische Autokonzern Renault für 2010 ebenfalls einen Verkaufsrekord. Weltweit wurden im letzten Jahr insgesamt 2,6 Millionen Fahrzeuge abgesetzt, davon 2,3 Millionen PKW. Dies bescherte der zweitgrößten Einzelmarke Europas ein Absatzplus von knapp 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wie die Tagesschau (online) mitteilte, betrage der Weltmarktanteil der Renault-Gruppe nun 3,7 Prozent.

Trotz der guten Meldungen schaffte es bislang keiner den Tabellenersten vom Thron zu stoßen. So konnte sich der japanische Toyota-Konzern mit 8,4 Millionen abgesetzten Autos weiterhin auf Platz 1 der weltweiten Automobilbranche behaupten. Kurz danach folgt General Motors (GM) mit 8,2 Millionen Fahrzeugen und Volkswagen mit 7,14 Millionen. Dies geht aus einer Analyse des CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg hervor. So sei der größte Beitrag des Verkaufserfolges von GM aus China gekommen.

China als größter Automarkt

Und das nicht ohne Grund, immerhin gilt das Land als der größte Absatzmarkt für Fahrzeuge. 2010 legte er, im Vergleich zum Vorjahr, um ganze 30,5 Prozent zu. So wurden nach Angaben der China Passenger Car Association in Peking rund 13,3 Millionen PKW zugelassen. Grund hierfür seien vor allem staatliche Förderprogramme für den Kauf eines Neuwagens gewesen, wie die Tagesschau (online) den chinesischen Verband der Automobilbauer (CAAM) zitierte. Laut einem Bericht stammten 45,6 Prozent der im letzten Jahr in der Volksrepublik verkauften Autos aus nationaler Fertigung. Jedoch wird befürchtet, dass aufgrund drohender Zulassungsbeschränkungen wegen zunehmender Staus sich das Wachstum in diesem Jahr verlangsamen könnte, wie die dapd mitteilte.

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Olena Seregina

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