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Drogenpolitik: Blick auf das portugiesische Cannabis-Modell

Die Kontroverse um die Freigabe von Suchtmitteln und Drogen hält sich seit Jahren wacker in der Politik. Egal ob in Europa, Amerika oder Australien: Drogen sind und bleiben ein Thema. Gerade bei Cannabis wird oft eine Legalisierung verlangt, da sie sich die Pflanze mit dem Kick als “weiche” Droge einstufen lässt. Oft wird nur hypothetisch diskutiert, dabei haben sich bereits einige Modelle weltweit etabliert, die die Cannabis Freigabe regulieren. In den Niederlanden kann man etwa Dinafem-Samen bestellen, im US-Bundesstaat Kolorado ist Cannabis vollständig legalisiert worden, und in Portugal wurden Drogen komplett entkriminalisiert. Ein Blick auf das portugiesische Modell verrät, dass das auch durchaus Erfolge mit sich bringen kann.


Portugal leidet seit den 1980er Jahren unter schweren Drogenproblemen. Durch den illegalen Handel von Heroin, welches seinen Weg aus Afghanistan und Pakistan nach Europa fand, wurde das Land regelrecht überschwemmt. Wie auch alle anderen westlichen Länder, wehrte sich auch Portugal mit einer sehr restriktiven Drogenpolitik: Der Missbrauch wurde durch die Bank weg kriminalisiert, und die Konsumenten wurden für den Besitz von Drogen bestraft.

Jedoch wurde das Problem damit nicht beseitigt. Im Gegenteil. Fast 1 Prozent der Bevölkerung in Portugal wurde bis Ende der 90er Jahre heroinabhängig. Damit stiegen auch die AIDS-Todesfälle, und die Quote in Portugal war die höchste weltweit.

Weil es so schlecht stand um die portugiesische Bevölkerung, ließ die Regierung einen Plan erdenken, der die Entkriminalisierung umfasste. 2001 wurde dieser Plan umgesetzt – und machte Portugal zum ersten Land auf der Welt, das alle Drogen entkriminalisierte.

Heute zeigen die Statistiken Portugals, dass sich der Fokus auf Rehabilitation nicht nur die Suchtgefährdeten schonte, sondern auch die Staatskassen. Der Drogenkonsum ist mittlerweile gesunken. Durch die präventiven und fürsorglichen Maßnahmen sind auch die Zahlen der Todesopfer über die Jahre hinweg gesunken. Allerdings ist die Zahl der einmaligen Drogenkonsumenten gestiegen, jedoch sind diese Statistiken irrelevant für Suchtverhalten und die dadurch entstehende Beschaffungskriminalität.

Auch heute ist es illegal, Cannabis zu besitzen oder zu verbreiten. Allerdings gibt es keine rechtlichen Folgen auf Mengen unter 25 Gramm Cannabisblüten bzw. 5 Gramm Hasch. Der Erwerb von Cannabis ist zudem nicht erlaubt.
Bilder: pixabay.com/Etereuti/MariaHuxley/thx