Fahrerassistenzsysteme: Stressfrei durch den Stau

Selbst besonnenen Autofahrern kann im dichten Berufsverkehr gelegentlich der Geduldsfaden reißen. „Stau bedeutet Stress, das ständige Anfahren und Bremsen kann dazu führen, dass die Konzentration nachlässt. Vermeidbare Auffahrunfälle und Blechschäden sind häufig die Folge“, sagt Martin Blömer. Doch künftig können spezielle Stauassistenten den Fahrer im Stop-and-go-Verkehr entlasten – indem das Auto teilautomatisiert Fahrfunktionen übernimmt.

Komfortfunktion übernimmt Führung des Fahrzeugs

Gerade wer in Ballungsräumen lebt oder häufig längere Strecken mit dem Auto zurücklegt, kann ein Lied von nervenden Staus singen: Auf rund 830.000 Kilometer summierten sich die Verkehrsstörungen bundesweit allein im Jahr 2013, hat der ADAC ermittelt. Ausweichstrecken sind meist keine Alternative, da sie oft selbst heillos überlastet sind. Um dennoch entspannt und sicher durch den Stau zu kommen, kann ein Stauassistent helfen. „Durch die Kombination eines Radarsensors mit einer Videokamera übernimmt diese teilautomatisierte Komfortfunktion die Längs- und Querführung des Fahrzeugs“, sagt Gerhard Steiger, Vorsitzender des Bosch-Geschäftsbereichs Chassis Systems Control. Das System wird vom Fahrer per Knopfdruck aktiviert. Unterhalb von 60 Stundenkilometern folgt das Auto im zähflüssigen Verkehr dann automatisch dem Vordermann.

Stau

Fahrer bleibt verantwortlich

Wie von Geisterhand übernimmt das Fahrzeug das Anfahren, Beschleunigen, Bremsen und Lenken innerhalb der eigenen Spur. Die Radarsensorik erkennt zusätzlich Autos, die weiter voraus fahren. Auf diese Weise kann das System auch dann einen Fahrkorridor errechnen, wenn die Spurmarkierung fehlt. Verantwortlich bleibt letztlich der Fahrer. „Er kann jederzeit selbst die Führung übernehmen, bremsen oder auch die Fahrspur wechseln“, so Gerhard Steiger. Nach Ansicht des Experten werden Autos in wenigen Jahren noch mehr solcher Funktionen bieten: Auch höhere Geschwindigkeiten und komplexere Fahrsituationen inklusive eines selbstständigen Spurwechsels könnten dann möglich sein.

Ein Stauassistent hilft dem Fahrer

Unfälle vermeiden

Mehr Intelligenz fürs Auto: Fahrerassistenzsysteme sind bezahlbar geworden und halten in immer mehr Modellen sogar schon als Serienausstattung Einzug. Die elektronischen Helfer wie etwa ein Stauassistent erhöhen nicht nur den Komfort, sondern auch die Sicherheit. So könnten nach Berechnungen von Bosch vorausschauende Notbremssysteme bis zu 72 Prozent aller Auffahrunfälle mit Personenschaden vermeiden. Hilfreich sind auch Totwinkel-Assistenten, die den Blick in den Seiten- und Rückspiegel ergänzen.
Bilder: djd/Robert Bosch

Über den Autor

Stephan

Hallo, ich bin der Stephan, freier Autor und Hobbyblogger. Ich mache mein Fachabitur und in meiner Freizeit blogge ich hier und da mal was. Grüße

4 Kommentare

  • Da muss ich meinen Vorrednern zustimmen, ich bin auch noch relativ skeptisch was Fahrerassistenzsysteme angeht. Im Stau hat es natürlich einen gewissen Komfort nicht immer selbst anfahren und bremsen sowie einen gewissen Abstand einhalten zu müssen. Trotzdem, eine Unsicherheit bleibt, finde ich – auch auf die beste Technik würde ich mich nicht immer verlassen.

  • Also ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Auto immer genau das tut was es auch soll. Volle Zuverlässigkeit. Ich bin dabei echt immer entspannt und den Stau kann man somit echt gut für andere Dinge nutzen.

  • Hallo,

    ich werde sehr wahrscheinlich niemals einem Fahrassistent mein Auto lenken lassen, da habe ich
    einfach zu viel Angst, dass die Technik ausfällt und ich dann dumm darstehe, man halt dann trotzdem die Verantwortung.
    Die Technik ist außerdem noch sehr jung, da können sehr schnell Fehler auftreten.

  • Ob man sich wirklich so gut entspannen kann, wenn das Auto auf einmal – wie von Geisterhand – losfährt, bremst und das Lenkrad dreht? Zukünftige Generationen haben vielleicht genug Vertauen in die Technik. Ich aber könnte mich nicht ruhig sitzen bleiben.

Copyright © 2010 - 2017 You-Big-Blog.com