Luftverkehrsabgabe: Rynair streicht Verbindungen

Die ab 1. Januar 2011 geltende Luftverkehrsabgabe verursacht schon die ersten Konsequenzen bei den Fluglinien. So hat die irische Billigfluggesellschaft Ryanair angekündigt, rund ein Drittel der Verbindungen zu streichen, die bislang noch von Bremen aus starten. Der Flughafen würde dadurch mit rund 400 000 Passagieren ein Sechstel seiner Reisenden verlieren. Auch die umliegende Touristik hätte zu leiden, wie die tageszeitung (taz) gestern berichtete.

“Das wird den Standort Deutschland beschädigen”

Wie Ryanair am Montag verlauten ließ, sollen mit dem Beginn des Sommerflugplans 2011 die Zahl der startenden Flugzeuge pro Woche um 58 verringert werden, was einem Rückgang um 29 Prozent entspräche. Damit würde sich das Fluggastaufkommen ab Bremen jährlich um 400 000 Personen verringern, wie die Airline mitteilte. Streichungen sollen neben Städten wie Alghero, Trapani, Danzig, Kaunas, und Liverpool auch Berlin und Mailand betreffen. Auch an den Flughäfen in Weeze, Hahn und Berlin soll es ähnliche Kürzungen geben, wie das Blatt auf Berufung des Unternehmens berichtete.

Begründet wurden die Streichungen mit der ab 1. Januar geltenden Steuer auf Flugtickets. So werden die Kurztickets, welche vornehmlich von Ryanair angeboten werden, durch die von der Koalition aus Union und FDP beschlossene Abgabe um acht Euro teurer. “Das wird den Standort Deutschland massiv beschädigen”, wie Michael O’Leary, Chef der Fluglinie Ryanair, betonte. “Wir bedauern die Einführung dieser Steuer zutiefst.” Er gab daraufhin bekannt, dass die abgezogenen Flugzeuge in Ländern stationiert werden sollen, die über keine solche Steuer verfügen.

BUND begrüßt Entscheidung

Positiv wurde diese Entscheidung vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) aufgenommen. Gegenüber der taz sagte der stellvertretende Geschäftsführer Georg Wietschorke: “Diese Fliegerei ist extrem klimaschädlich. Wenn das Angebot da ist, darf man sich nicht wundern, wenn die Leute das annehmen.” So solle man, statt immer darauf zu pochen, dass die Ryanair-Touristen so wichtig für den Bremer Fremdenverkehr seien, sich lieber Gedanken machen, ob man das Bahnangebot verbessere. So eine Verbesserung könne durch eine vom BUND schon länger geforderte Steuer auf Flugzeugbenzin finanziert werden. “Das ist längt überfällig”, wie Wietschorke betonte.

Der Bremer Flughafen gab sich derweil recht zugeknöpft bezüglich den Fragen der Journalisten. Laut taz war die Stimmung schlecht, Sprecher Florian Kruse antwortete nur mit einigen knappen, vorgefertigten Statements. So sei Bremen “weniger stark als andere” von den Kürzungen der irischen Fluglinie betroffen. Außerdem arbeite man “mit Hochdruck” am kommenden Sommerflugplan 2011. Zudem werde durch die Akquise neuer Airlines dieser dem bisherigen Angebot “an Attraktivität in nichts nachstehen.” Nähere Angaben bezüglich der neuen Airlines machte Kruse jedoch nicht.

Bremer Tourismus fürchtet Verluste

Peter Siemering, Chef der Bremer Touristik-Zentrale (BTZ), zeigte sich besorgt über diese Entscheidung und sprach gegenüber des Blattes von “keiner guten Nachricht.” Nach seinen Angaben würde sie den Bremer Hoteliers rund 30 000 Übernachtungen weniger im Jahr bescheren, was einem Minus von knapp drei Prozent entspräche. “Das tut weh und das können wir nicht einfach so kompensieren”, wie Siemering angab. Es handele sich bei 400 000 Passagieren jedoch eigentlich nur um 200 000 Personen, da An- und Abflüge einzeln gezählt würden. Auch von diesen blieben zwar nur wenige in Bremen – dann jedoch für durchschnittlich 1,5 Nächte.

Über den Autor

Olena Seregina

Was ich soll und schulde, steht im Steuerbescheid.
Was ich nicht darf, steht im Strafgesetzbuch.
Und alles andere kann ich selbst entscheiden.
/ viktor37/

Copyright © 2010 - 2017 You-Big-Blog.com