Motorradkauf: Und manchmal kommt es anders, als man denkt ..

Es hatte alles so schön begonnen: Ein günstiges Motorrad stand bei Ebay zum Verkauf. Ein Zweirad-Fan stürzte sich auf das Schnäppchen. Und ein paar Tage später stand die Polizei vor seiner Tür … Ein aktuelles Urteil des Landesgerichts in Karlsruhe zeigt, dass man beim Kauf eines Motorrads auch auf Vorbesitzer im Ausland achten sollte.

Bei dem Fall handelte es sich um ein gebrauchtes Bike der Marke Triumph, Typ Street Triple. Auf Ebay stand es zum Verkauf. Laut der Angaben war es nicht älter als vier Jahre und stammte aus erster Hand, hatte also angeblich nur einen Vorbesitzer: den privaten Verkäufer. Der Preis war gut. Der Käufer schlug zu, unterschrieb den Kaufvertrag und bezahlt die 5.145 Euro. Was er nicht tat: die italienischen Fahrzeugpapiere unter die Lupe zu nehmen. Denn dort stand nicht nur drin, dass es tatsächlich noch einen anderen Vorbesitzer in Italien gegeben hatte. Das Motorrad war zudem in Italien als gestohlen gemeldet.
Betrug beim Motorradkauf

Doch damit nicht genug. Die gekaufte Triumph war eine so genannte Dublette. Sprich: Irgendwo fuhr ein Zweirad mit exakt denselben Papieren und identischer Fahrzeugnummer durch die Welt. Als dies bekannt wurde, erschien die Polizei vor der Tür des Käufers, nahm die Maschine wieder mit und der Streit begann.

Der Verkäufer behauptete, sich mit der Angabe „null Vorbesitzer“ nur auf Besitzer in Deutschland bezogen und damit korrekt gehandelt zu haben. Zwar habe er das Bike in Italien für 3.800 Euro erworben, aber der Verkaufsvertrag sei nicht inkorrekt. Der Käufer dagegen wollte sein Geld zurück. Und bekam Recht vor den Richtern. Denn: Gerade die Tatsache, dass das Motorrad aus erster Hand stammte, war für die Wahl des Käufers entscheidend. Und die Angaben im Kaufvertrag müssten sich auf alle Besitzer beziehen – ob sie nun im Ausland wohnhaft sind oder auch nicht. Die Folge: Der Verkäufer wurde verpflichtet, den vollen Kaufpreis zurück zu erstatten. Und der Käufer begab sich um eine Erfahrung reicher erneut auf die Suche…
Foto: djd/dmd/thx

Über den Autor

Stephan

Hallo, ich bin der Stephan, freier Autor und Hobbyblogger. Ich mache mein Fachabitur und in meiner Freizeit blogge ich hier und da mal was. Grüße

5 Kommentare

  • Puh, es sind genau solche Geschichten, die den Kauf eines gebrauchten Autos oder halt Motorrads für mich zum Horror machen. :(
    Erst der Stress hier und da zu schauen, dann verhandeln und ständig die Angst gerade übers Ohr gehauen zu werden. Andererseits lässt mich genau diese Angst halt so vorsichtig sein und ist wahrscheinlich mit ein Grund, dass mir sowas noch nie passiert ist. *dreimal auf Holz klopf* :)

  • Ich wurde selbst schon mal rein gelegt, ich hatte aber auch großes Glück! Immerhin wurde durch mein Missgeschick einer der grössten Betrugsskandale der letzten Jahre aufgedeckt! Schlimm ist nur wie viele nicht erwischt werden und tatsächlich mit sowas durchkommen…

  • Leider wird in der heutigen Zeit so viel betrogen wie noch nie davor, vielen geht es nur ums Geld, egal ob ein anderer dafür zu schaden kommt.

    Gott sei Dank hatte der Käufer hier Glück, aber alleine wenn man den Zeitaufwand einberechnet ist das mehr als ärgerlich.

  • Das nenne ich mal eine arglistige Täuschung – „Der Verkäufer behauptete, sich mit der Angabe “null Vorbesitzer” nur auf Besitzer in Deutschland bezogen und damit korrekt gehandelt zu haben.“ Allein bei solch einer Aussage wird es doch schon ersichtlich, dass der Verkäufer es wusste, dass das Motorrad zuvor in Italien mehrere Vorbesitzer hatte. Wenigstens hat hier der deutsche Staat ordnungsgemäß gehandelt und dem blauäugigen Käufer recht zugesprochen.

    Ich finde es einfach immer wieder erstaunlich, was die Leute sich einfallen lassen um Geld zu verdienen. Erschreckend was Geld in der Welt anstellt!

    In diesem Sinne: Geld regiert die Welt…
    G

    Gruß
    Heinrich

  • Ich habe leider auch einige Leute in meinem Bekanntenkreis, die auf alle möglichen Betrugsfälle reingefallen sind. Da denke ich dann immer auf der einen Seite selber schuld, hätten sich ja informieren können und sich noch mal vergewissern können, allerdings denke ich dann auch wieder, wie sie das hätten machen sollen. Bzw. ich wüsste nicht, wo oder bei wem ich eine verlässliche Aussage bei Autokauf oder Baufirmabeauftragung bekommen hätte. Das Internet bietet einfach so viele Möglichkeiten für Betrug, wirklich Schade…
    Wie gut, dass in diesem Fall der Geschädigte seinen vollen Kaufpreis zurück erhalten hat!

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