Sagen, was einem wirklich wichtig ist

Online Community: Frauen profitieren von einem offenen Erfahrungsaustausch.
Über Unstimmigkeiten in der Beziehung offen reden - das kann man lernen. Auch mit Tipps aus der Online-Community.Über persönliche Probleme nicht offen sprechen – das wird normalerweise Männern nachgesagt. Doch auch vielen Frauen fehlen die Worte, wenn es um sehr private Dinge wie Beziehungsstress, Gynäkologie, Geburtshilfe oder Jobangst geht. Aber man kann lernen, das zu sagen, was einem wirklich wichtig ist. Die Frankfurter Kommunikationstrainerin Dorothee Schröter weiß, worauf es dabei ankommt.

Die Angst, nicht perfekt zu sein

Zugeben, dass die Ehe in der Krise steckt, einen die Kinder überfordern oder Wechseljahresbeschwerden einen an die Grenze bringen – das erfordert Mut. „Frauen stehen heute in einem dauernden Wettbewerb“, sagt Kommunikationsprofi Dorothee Schröter. „Alle um sie herum sind scheinbar in allen Lebenslagen perfekt. Sie sind tolle Mütter, Karrierefrauen, Hausfrauen, Ehefrauen, haben ein aufregendes Liebesleben, keine typisch weiblichen Gesundheitsprobleme – wie soll man sich da eingestehen, dass man etwas nicht im Griff hat?“

Vor allem bei frauenspezifischen Gesundheitsproblemen und Beziehungsfragen seien die Hemmungen, um Rat zu bitten, besonders groß, weiß die Expertin, die Frauen in der Online Community w-wie-weiblich.de unterstützt. Doch gerade bei drängenden Themen sei es wichtig, ehrliches Feedback zu bekommen. Der erste Schritt, um über seinen Schatten zu springen: „Probleme sollte man nicht als Schwäche begreifen, sondern als Stärke. Und als Chance für die persönliche Weiterentwicklung“, so Dorothee Schröter. Diese Einstellung nehme den Druck und mache den Weg frei für einen offenen Austausch.

Ein wichtiger Punkt bei der Lösung drängender Probleme: sich selbst und seine Nöte ernst und wichtig nehmen.Über typisch weibliche Themen wie Schwangerschaft und Gynäkologie finden Frauen online viele hilfreiche Informationen.Für Gespräche mit dem Partner gibt es hilfreiche Regeln. Die wichtigste: sich wirklich Zeit für das Thema nehmen.

Austausch mit Gleichgesinnten

Vielen Frauen hilft es, sich zunächst anonym Rat zu holen, etwa in einem Onlineforum. Diesen Austausch mit Gleichgesinnten hält die Kommunikationsexpertin für besonders hilfreich: „Es ist immer entlastend, festzustellen, mit einem Problem nicht allein zu sein. Und man kann von den Erfahrungen der anderen profitieren.“ Ein weiterer Vorteil im Internet sei es, dass man seine Identität nicht preisgeben müsse und dadurch seine Themen, auch sehr intime, ohne jede Scham ansprechen könne. „Außerdem bekommt man eine größere Vielfalt an Meinungen als offline“, so Dorothee Schröter. In manchen Foren können zudem ausgewiesene Experten um Rat gefragt werden, im Bereich Frauengesundheit zum Beispiel eine Gynäkologin oder Hebamme.

Selbstbewusst im Patientengespräch

Bei intimen Themen den Gynäkologen um Rat bitten – das sollte selbstverständlich sein. Doch gerade in der Frauenarztpraxis fühlen sich viele Patientinnen unsicher. „Ärzte haben häufig einfach keine Zeit mehr für ein Gespräch und geben sich abweisend. Dann fehlt das Vertrauen, um Persönliches anzusprechen“, weiß Dorothee Schröter. Auch hier hilft es, sich und seine Probleme wichtig zu nehmen und nicht als Schwäche zu sehen. Außerdem ist es sinnvoll, wenn man sich bereits vor dem Arzttermin informiert – zum Beispiel in einem Expertenchat – und kurz notiert, was man wissen möchte.

So spricht man Wichtiges gelassen aus

Fünf Tipps von Kommunikationsexpertin Dorothee Schröter:

– sich Zeit nehmen für das Gespräch
– Probleme direkt, mutig und ehrlich ansprechen
– keine Vorwürfe machen („Nie machst du …“, „Immer muss ich …“)
– Ich-Botschaften formulieren („Ich fühle mich nicht wohl, wenn unsere Wohnung so chaotisch ist. Können wir beide mehr darauf achten?“ statt „Dein Chaos nervt mich!“)
– zuhören – oft nehmen wir nicht wahr, was der andere sagt, weil wir meinen, es zu wissen

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Bilder: djd/Rottapharm|Madaus GmbH/thx

Über den Autor

Olena Seregina

Was ich soll und schulde, steht im Steuerbescheid.
Was ich nicht darf, steht im Strafgesetzbuch.
Und alles andere kann ich selbst entscheiden.
/ viktor37/

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