Tags - ändert

Was sich 2011 ändert (2)

Der Staat muss sparen. Dem deutschen Aufschwung steht ein Schuldenberg in Höhe von rund 73 Prozent des Bruttoninlandsproduktes gegenüber. 2008 wurden allein 15 Prozent des Bundeshaushaltes für die Tilgung der Zinsen dieser Staatsschulden benötigt. Vor diesem Hintergrund ist der Staat natürlich angehalten Ausgaben zu minimieren, was nicht selten auf Kürzungen der Sozialleistungen hinausläuft. Dies hat einen guten Grund: Sozialhilfeempfänger sind zwar eine relativ große Gruppe aber schlecht organisiert, weshalb der Widerstand gegen diese Maßnahmen überschaubar bleibt.

Arbeitslosenversicherung

Die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung haben sich zum 1. Januar 2011 von 2,8 auf 3,0 Prozent erhöht. Dies Beitragssteigerung wurde bereits 2009 von der großen Koalition beschlossen. Laut der Süddeutschen Zeitung verteure sich so der Beitrag für einen westdeutschen Arbeitnehmer mit einer Einkommenshöchstgrenze von 5 500 Euro monatlich um 5,50 Euro. Der erhöhte Beitrag ist auch vom Arbeitgeber zu entrichten.

Arbeitslosengeld

Wer in die Arbeitslosigkeit gerät und zwei Jahre nach dem Beziehen von Arbeitslosengeld I Anspruch auf Mittel aus der staatlichen Grundsicherung – sprich Hartz IV – hat, der erhielt bislang für diesen Übergangszeitraum von zwei Jahren einen Zuschlag zu Hartz IV. Dieser betrug im ersten Jahr nicht mehr als 160 und im zweiten nicht mehr als 80 Euro und wurde nun zum 1. Januar gestrichen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) erhielten zum Ende des Jahres rund 165 000 Personen diesen Zuschuss zur Grundsicherung.

Beitragsbemesungsgrenze

Beiträge zu den gesetzlichen Sozialversicherungen müssen nur bis zu einem bestimmten Einkommen gezahlt werden, welches durch die Beitragsbemessungsgrenze festgelegt wird. Diese Grenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung wird nun angehoben – jedoch nur in Ostdeutschland. Bleibt sie im Westen der Republik bei 5 500 Euro im Monat (66 000 Euro im Jahr) so steigt sie in den neuen Bundesländern von 4650 auf 4800 Euro (57 600 Euro im Jahr).

Elterngeld

Elternteile die sich nach der Geburt ihres Kindes eine berufliche Auszeit nehmen, stehen für 14 Monate “Pause” 67 Prozent ihres vorher bezogenen Nettolohnes zu. Dabei wird mindestens 300 Euro und maximal 1 800 Euro gezahlt, was sich auch im neuen Jahr nicht ändert. Jedoch erhalten Mütter oder Väter, die mehr als 1240 Euro Netto im Monat verdienen, nun nicht mehr 67, sondern nur noch 65 Prozent ihres vorherigen Lohnes gezahlt. Hartz-IV-Empfängern wurde das Elterngeld gänzlich gestrichen, wenn das betreuende Elternteil vor der Geburt nicht erwerbstätig war. Auch Spitzenverdiener mit einem jährlichen Einkommen von über 250 000 Euro (500 000 Euro bei Verheirateten) müssen nun auf den Zuschuss verzichten. Jedoch seien laut Süddeutscher Zeitung davon nur lediglich 2 200 Personen betroffen

Wohngeld

Ab dem 1. Januar fällt für die Menschen, die Anrecht auf Wohngeld haben, der Heizkosten-Zuschuss weg. Dieser Schritt wurde von der Bundesregierung mit den gesunkenen Energiekosten begründet und betrifft laut Angaben des Deutschen Mieterbundes rund 500 000 bis 600 000 Menschen. Insgesamt beziehen knapp 860 000 Personen Wohngeld. Der Betrag belief sich auf monatlich 24 Euro in einem Ein-Personen-Haushalt und auf 49 Euro in einem Fünf-Personen-Haushalt.

Siehe Auch: Was sich 2011 ändert (1)

Was sich 2011 ändert (1)

Der erste Januar markiert für die meisten Menschen den Beginn von Veränderungen. Meist geschieht dies in Form von selbst gesetzten Vorsätzen, die im neuen Jahr möglichst eingehalten werden sollen. Diese Vorsätze sind vollkommen unverbindlich und anders als beschlossene Gesetze werden sie auch oft eher schlecht als recht eingehalten. Die “juristischen Vorsätze” gibt es zwar nicht in einer solchen Fülle wie die persönlichen, jedoch bedeutet dies nicht, dass sie weniger wichtig sind. Im Gegenteil, denn auch in diesem Jahr gibt es wieder eine Menge von Gesetzesänderungen die auf uns zukommen. Hier ein Überblick.

KFZ-Steuer

Auf jedes neu gekaufte Auto welches die Abgasnormen Euro 5 und Euro 6 erfüllt wird in Zukunft auch die KFZ-Steuer fällig. Bislang waren diese von der Abgabe befreit. Hier gibt es jedoch eine Ausnahme: PKW mit Euro-6-Dieselmotor, die vom 1. Januar 2011 an erstmals zugelassen werden, erhalten eine bis Ende 2013 befristete Steuerbefreiung von einmalig 150 Euro. Danach wird auch für diese Fahrzeuge der volle Steuersatz fällig.

Stromsteuer

Allgemein betrachtet steigt die Stromsteuer, was sich vor allem auf Unternehmen mit einem hohen Energiebedarf auswirken wird. Bislang galt die Regelung, dass der volle Steuersatz von 2,05 Cent/kWh nur für die ersten 25 000 Kilowattstunden bezahlt werden musste, was einem Sockelbeitrag von 512,50 Euro entsprach. Jede Kilowattstunde darüber hinaus wurde mit nur 1,23 Cent/kWh besteuert. Nun steigt der Sockelbetrag auf 1 000 Euro, was einem Jahresverbrauch von etwa 49 0000 Kilowattstunden entspricht. Weiterhin fällt das sogenannte “Erlaubnisverfahren” weg, mit dem eine Steuererleichterung schon im Vorfeld beantragt werden konnte. Nun geschieht dies über die Steuererklärung.

Grunderwerbsteuer

Wer sich in Deutschland ein Grundstück kaufen will, der wird mit einer Steuer, der sogenannten Grunderwerbsteuer, belastet. Die Höhe dieser Abgabe richtet sich nach einem allgemeinen Prozentsatz (3,5 Prozent) , der jedoch in den einzelnen Bundesländern abweichen kann. In Brandenburg, Bremen, Niedersachsen und dem Saarland wurde dieser Steuersatz nun erhöht. Im Saarland steigt er auf vier Prozent, in Bremen und Niedersachsen auf 4,5 und in Brandenburg auf fünf Prozent.

Arbeitszimmer

Aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichtes von 2007 kann nun wieder mehr Geld von der Steuer abgesetzt werden – in Bezug auf das Arbeitszimmer. So ist es ab diesem Jahr möglich, bis zu 1 250 Euro geltend zu machen, jedoch nur, “wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.” Von dieser Regelung kann also nur der profitieren, der von Zuhause arbeiten muss, also keine andere Wahl hat. Wer weiterhin sein Büro nutzen kann, jedoch lieber vom heimischen Schreibtisch aus arbeitet, kommt nicht in diesen Genuss.

Lohnsteuerkarte

Ab diesem Jahr wird die Lohnsteuerkarte nicht mehr von der jeweils zuständigen Gemeindeverwaltung ausgegeben, sondern muss beim Finanzamt beantragt werden. Dies führt daher, dass die Steuererhebung nun schrittweise auf das elektronische Verfahren Elstam (“Elektronische Lohnsteuer-Abzugsmerkmale”) umgestellt wird. Letztendlich führt dieses zur gänzlichen Abschaffung der papierenen Lohnsteuerkarte. Bis die Umstellung abgeschlossen ist, bleibt aber die alte Karte übergangsweise noch gültig.

Copyright © 2010 - 2017 You-Big-Blog.com