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Moody’s: Irlands Bonität um fünf Noten herabgestuft

Blieb es bei Spanien und Griechenland noch bei einer Warnung, fiel in einem anderen Fall nun der Hammer. Irland wurde von der Ratingagentur Moody’s in seiner Kreditwürdigkeit um gleich fünf Noten abgewertet. Statt einer “Aa2″ wird bei Moody’s die irländische Bonität nun mit einer “Baa1″ bewertet, wie die Deutsche Presseagentur unter Berufung auf das Haus am Freitag mitteilte. Doch damit nicht genung, gleichzeitig warnte die einflussreiche Ratingagentur vor einer weiteren Herabstufung, sollte das Land seine Schuldenentwicklung nicht auf absehbare Zeit unter Kontrolle bringen. So liege die derzeitige Note “Baa1″ nur noch zwei Stufen über dem Ramschstatus. Letzten Donnerstag wurde auch Griechenland vor einer weiteren Herabstufung durch Moody’s gewarnt. Bereits Anfang Dezember wurde Irland von der Ratingagentur Fitch um drei Noten auf “BBB+” herabgestuft.

Märkte geben sich gelassen

Die aktuelle Absenkung wurde vor allem mit den immensen Kosten der Bankenrettung begründet. So bleibe auch der Ausblick weiterhin negativ. Laut der dpa deute eine solche Formulierung bereits auf eine weitere Abwertung hin. Auf dem Börsenparkett wurde Nachricht trotz allem zunächst gelassen aufgenommen. “Natürlich wird diese Herabstufung Irlands Möglichkeiten für Anleihen beeinflussen”, wie Paul Robson von der Royal Bank of Scotland (RBS) gegenüber der irischen Tageszeitung Irish Times sagte. Jedoch sei es unwahrscheinlich, dass so Druck auf die Investoren mit Euroanleihen entstehe. Außerdem sei damit zu rechnen, dass der Einfluss erst im Januar langsam spürbar werde. Laut Angaben der Nachrichtenagentur war das irische Finanzministerium nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

In Frankfurt gab man sich ebenfalls gelassen. “Die Abstufung Irlands durch Moody’s haben die Börsen bereits eingepreist und die drohende Herabstufung Griechenlands interessiert momentan auch nicht wirklich”, wie ein Händler gegenüber der dpa betonte. Ein anderer gab an, dass solche Nachrichten den deutschen Aktienmarkt schon lange nicht mehr belasten würden – “im Gegenteil, sie sind immer wieder ein Grund für weltweit tätige Aktienhändler, weiter am deutschen Markt zu investieren.” Das zeigte sich heute vor allem bei deutschen Staatsanleihen: der Euro-Bund-Future legte bis zum Freitag-Mittag um 0,55 Prozentpunkte auf 124,55 Punkte zu.

Griechenland in Not

Am Donnerstag wurde dem Land vom Internationalen Währungsfonds (IWF) – wie erwartet – ein Kredit in Höhe von 22,5 Milliarden Euro gewährt. Dieses Darlehen ist aber nur ein Teil der internationalen Finanzhilfen, deren Höhe sich aus insgesamt 85 Milliarden Euro belaufen. Hauptgläubiger an diesem Paket sind die Länder der Euro-Zone. Ende November hatte Irland Hilfen aus dem Rettungsschirm von EU und IWF beantragt.

Am gleichen Tag der irischen Kreditvergabe wurde auch Athen mit einer Abwertung des Ratings gedroht. Im Hause Moody’s sorge man sich, ob Griechenland seine Schulden auf ein “nachhaltiges Niveau” senken könne. Die Sorge gründet unter anderem in den weiteren Einnahmeausfällen in diesem Jahr. Mit einer Note von “BA1″ befinden sich griechische Staatsanleihen bereits auf Ramschniveau. Wie die Ratingsagentur angab, wäre eine Herabstufung um mehrere Noten denkbar, sollte sich das Verhältnis der Staatsschulden zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den nächsten drei bis fünf Jahren nicht stabilisieren.

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