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Welche Versicherungen brauch der Mensch? Teil 3: Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Es kann so schnell gehen. Eine kleine Unachtsamkeit, ein Unfall an dem man nicht einmal selbst schuld ist und kurze Zeit später bekommt man es schwarz auf weiß: man wird nie wieder in seinem Beruf arbeiten können. Dieses Horrorszenario ist in seiner Auftretenswahrscheinlichkeit nicht zu unterschätzen. In der Bundesrepublik wird statistisch gesehen jeder Vierte Berufsunfähig. Eine beunruhigende Zahl, besonders wenn man bedenkt, dass nicht einmal jeder Vierte gegen solch ein Risiko abgesichert ist. Im Schnitt geht der Frührentner mit 50 Jahren in den Ruhestand. Bis zur gesetzlichen Rente ist es da noch lange hin.

Die hohen Investitionen lohnen sich

Das Problem bei der Berufsunfähigkeitsversicherung (BUZ) ist ihr Kostenfaktor. Idealerweise wird sie in jungen Jahren abgeschlossen, wo das Leben leicht und das Geld knapp ist. Da fallen die 1 000 bis 2 000 Euro pro Jahr, die für eine gute Versicherung investiert werden sollten, schon stark ins Gewicht. Besonders wenn man statt Altersvorsorge eher die nächste Party im Kopf hat. Doch es lohnt sich voraus zu denken, denn für die jüngere Generation, sprich die, die nach 1960 geboren sind, gelten strengere gesetzliche Regelungen bei der Erwerbsunfähigkeitsrente. Diese zahlt nämlich nur aus, wenn der Beschäftigte weniger als drei Stunden am Tag arbeiten kann. Der Beruf ist dabei egal. So kann es passieren, dass der Professor künftig als Pförtner arbeiten muss.

Man ist allgemein schlecht beraten, sich nur auf die gesetzliche Rentenversicherung zu verlassen. Derzeit liegt der Schnitt bei 660 Euro im Monat, das ist im Allgemeinen weniger als einem Hartz-IV-Empfänger gezahlt wird. Und es ist unwahrscheinlich, dass es in den nächsten 20 bis 30 Jahren zu drastischen Rentenerhöhungen kommen wird. Wenn man dann auch noch gezwungen ist vorzeitig in den Ruhestand zu gehen, kann das drastische finanzielle Folgen für den Betroffenen haben. Gut, wer dahingehend möglichst früh vorgesorgt hat. Denn dann fallen auch die Beiträge geringer aus.

Rückenschmerzen führen meist zur Ablehnung

Jedoch steht es – wie bei jeder privaten Versicherung – dem Versicherer frei, ob er sich dazu entschließt einen Vertrag mit Ihnen einzugehen. So kommt es häufig vor, dass Antragssteller von vornherein abgelehnt werden. Denn vor dem Abschluss müssen Angaben zum Gesundheitszustand und eventuellen Krankheiten gemacht werden. Hier reicht schon eine Kleinigkeit, ob abgelehnt zu werden. Am ehesten wird man da, neben psychischen Störungen, wegen Rückenproblemen abgelehnt. Da das Krankheitsbild die Top-5 der Gründe zur Berufsunfähigkeit anführt, möchten Versicherungen ungern dafür zahlen. Ein weiterer Grund also, die BUZ möglichst früh abzuschließen.

Jedoch gibt es Versicherungen, die Ihnen bei diesem Punkt entgegen kommen. So könnte man zum Beispiel einen Vertrag abschließen, der alle Erkrankungen abdeckt, außer eben Rückenprobleme. Da sollten Sie genau auf die Vertragsklauseln achten. Aber nicht nur da, auch bei den sogenannten “abstrakten Verweisungen”. Hier wird, ähnlich wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung, zunächst versucht den Kunden erst einmal in einem anderen Job zu beschäftigen, bevor gezahlt wird. Auf solche Klauseln sollte möglichst verzichtet werden, denn selten lohnen sich dann die hohen Beträge der Berufsunfähigkeitsversicherung. Wer die jedoch überhaupt nicht aufbringen kann, dem ist zu einer privaten Unfallversicherung geraten. Die zahlt zumindest, wenn die Berufsunfähigkeit unfallbedingt ist.

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