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Nordseeinsel-Verbindungen werden vorerst doch besteuert

Wer die an der Nordseeküste gelegenen Inseln, wie etwa Borkum oder Norderney, via Flugzeug besuchen möchte, der muss nun vorerst doch die Luftverkehrsabgabe zahlen. Die Verbindungen von und zu den Inseln sind eigentlich von der ab Januar nächsten Jahres in Kraft tretenden Steuer ausgeschlossen, was jedoch erst von der EU bestätigt werden muss. Wie die Deutsche Presseagentur berichtete, müssen die Fluglinie die Abgabe erheben, solange aus Brüssel noch kein grünes Licht gegeben wurde.

Ach Euro extra

Jan-Lüppen Brunzema, Geschäftsführer der Luftverkehrsgesellschaft Friesland-Harle (LFH) in Wittmund, fürchtet deswegen massive Einbrüche bei den Zahlen der Reisenden. “Die Gäste springen uns jetzt schon reihenweise ab”, wie er gegenüber der dpa erklärte. Wer etwa auf Borkum ins neue Jahr feiern und anschließend mit dem Flugzeug zurück zum Festland fliegen will, der muss acht Euro extra zahlen. Diese Summe fällt ab dem 1. Januar für innerdeutsche Flüge an. Jedoch sieht das Gesetz eine Befreiung von Insulanern mit medizinischen und hoheitlichen Aufgaben – wie etwa Schornsteinfeger – sowie von Touristen vor. Diese Sonderregelung bedarf aber einer Zustimmung der EU-Kommission, da der gemeinsame europäische Markt betroffen sein könnte.

Einbrüche befürchtet

Von einer schnellen Lösung geht Brunzema indes nicht aus. Er verlagerte bereits ein Flugzeug nach Estland, weil da möglicherweise bessere Geschäfte gemacht werden könnten. Für die kommenden Monate sieht er schwarz: “Wir werden Flüge drastisch reduzieren müssen”, wie er gegenüber der Agentur angab. Das werde sich wohl auch auf seine Mitarbeiter auswirken. Auch Kurzarbeit werde nicht mehr ausgeschlossen.

Auch die Ostfriesische Lufttransport GmbH (OLT) in Emden sieht das ähnlich. Das Unternehmen fliegt neben Borkum auch Helgoland an, konnte aber bislang noch keine Auswirkung auf die Passagierzahlen erkennen. Doch dies sei nur eine Frage der Zeit, wie Sprecherin Corinna Habben betonte. “Die Steuer macht prozentual einen erheblich hohen Anteil vom Flugpreis aus. Es droht, dass Strecken zusammengestrichen werden müssen.”

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