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Neues Geld für Wackelkandidaten

Die drei Euro-Sorgenländer Spanien, Italien und Portugal konnten sich mittels der Ausgabe von Staatsanleihen neues Geld an den Kapitalmärkten beschaffen – allerdings zu deutlich höheren Zinsen als noch im vergangenen Jahr. Scheint das drohende Unheil eines Staatsbankrott so vorerst abgewendet zu sein, wird vom Präsidenten der EU-Kommission neues Stroh ins Feuer geworfen.

Wie die Deutsche Presseagentur mitteilte, stieß Spanien am Donnerstag mit seinen neu emittierten Anleihen auf die erhoffte Nachfrage und konnte rund drei Milliarden Euro einnehmen. Jedoch stiegen auch die von Madrid zu zahlenden Zinsen. Anleihen mit einer fünfjährigen Laufzeit werden nun mit 4,59 Prozent verzinst. Im Vergleich zu einer ähnlichen Auktion Anfang November 2010 ist die Rendite damit um fast einen Prozentpunkt gestiegen. Auch war die Nachfrage bei der jetzigen Emission knapp doppelt so groß wie das Angebot.

Hohe Zinslast

Auch Italien konnte mit der Ausgabe von neuen Staatsanleihen rund sechs Milliarden Euro einnehmen. Hier stiegen ebenfalls die Zinsen, jedoch nicht auf ein so hohes Niveau wie bei den spanischen Papieren. So erhöhte sich die Rendite auf 3,67 Prozent. Im November 2010 lag sie noch bei 3,24 Prozent. Auch bei den italienischen Staatsanleihen gab es eine Überzeichnung, jedoch nur mit einem Faktor von 1,4.

Bereits am Mittwoch konnte sich Portugal mit einer erfolgreichen Emission von Staatsanleihen einen kleinen Puffer schaffen. Gab es anfänglich noch Spekulationen über eine eventuelle Inanspruchnahme des Euro-Rettungsschirms, konnten nun knapp 1,25 Milliarden Euro eingenommen werden. Gleichzeitig stiegen auch die Zinsen, für vierjährige Anleihen von 4,04 auf 5,39 Prozent. Bei Papieren mit zehnjähriger Laufzeit nahmen sie jedoch leicht ab: von 6,8 auf 6,71 Prozent.

Kritik an Barroso

In Hinblick auf die wieder aktuell gewordene Schuldenkrise der Währungsunion, wurden die Emissionen der drei Länder mit Spannung erwartet. Neben Griechenland und Irland gelten sie als die Sorgenkinder des Euro-Raumes. Bei Italien ist es vor allem die hohe Staatsverschuldung (fast 120% des Bruttoinlandsprodukts), die die Märkte verunsichert.

Indes führten jüngste Äußerungen des EU-Kommissionspräsidenten, José Manuel Barroso, zu Unmut in der Währungsgemeinschaft. Wie die Süddeutsche Zeitung heute berichtete, forderte er in Brüssel eine Ausweitung des Rettungsschirmes, da sich sonst die “Instabilität an den Finanzmärkten” nicht beseitigen lasse. Für diese Aussage erntete er harsche Kritik von einigen großen EU-Staaten. So wurde ihm etwa von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorgeworfen, die EU könne “Ankündigungen von diesem oder jenem jetzt nicht gebrauchen.”

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