Was ist auf dem Balkon erlaubt?

Sonnenschutz und Wäscheständer auf dem Balkon sind generell in Mietwohnungen zulässig.Um die Idylle des Balkons genießen zu können, sollten Nachbarn gegenseitig Rücksicht nehmen.Schön, wenn zur eigenen Mietwohnung auch ein Balkon gehört. Viele genießen hier bei angenehmen Temperaturen entspannte Stunden. Andere nutzen das Plätzchen im Freien eher als Abstellfläche. Was erlaubt ist und was nicht, darüber herrscht oft Uneinigkeit. Jörn-Peter Jürgens vom Interessenverband Mieterschutz: „Sofern der Balkon zur Mietsache gehört, kann der Mieter ihn grundsätzlich nach seinen Wünschen und Bedürfnissen nutzen.“ Die Rechte der Mitmieter und des Vermieters seien aber zu beachten.

Rauchbelästigung darf nicht sein

So dürfen beispielsweise die Nachbarn nicht durch einen qualmenden Grill oder übermäßiges Rauchen auf dem Balkon gestört werden. „Das wird durch zahlreiche Urteile untermauert“, so Jürgens. Das Gleiche gelte natürlich auch für Lärmstörungen – nächtliche Gespräche oder eine auf den Balkon verlagerte Party sind besonders in Innenhöfen häufig Anlass für Beschwerden der Mitmieter.

Wer seinen Balkon als sommerliche Pflanzenoase einrichten möchte, kann sich weitgehend ungehindert ausleben. Blumentöpfe, Rankhilfen, Sonnenschirme oder ein unauffälliger Sichtschutz dürfen aufgestellt beziehungsweise angebracht werden. „Nur an der Außenseite sind Blumenkästen in der Regel nicht erlaubt, denn herabfallende Blätter und tropfendes Wasser sind ein Ärgernis für darunter wohnende Nachbarn“, erklärt Jörn-Peter Jürgens. Hier sei Rücksichtnahme angezeigt – auch im Hinblick auf über dem Balkongitter ausgeschüttelte Teppiche, Staubtücher oder Tischdecken.

Wäscheständer und Parabolantennen

Keine Bedenken bestehen auch gegen das Wäschetrocknen im Freien. Bevor der Mieter jedoch eine Parabolantenne am Balkon anbringt, sollte er um die Erlaubnis des Vermieters bitten. „Wenn keine nennenswerte optische Beeinträchtigung besteht, muss letzterer die Parabolantenne allerdings genehmigen“, sagt Jörn-Peter Jürgens. Anders sehe es mit dem Abladen von Müll oder Gerümpel auf dem Balkon aus. Dies müsse nicht geduldet werden, zumal es hierdurch auch zu Ungezieferbefall kommen könne.

Wissenswertes zum Balkon

Nicht immer sind Balkone in einem Top-Zustand. Für Instandsetzungsarbeiten, zu denen beispielsweise Maßnahmen gegen herabbröckelnden Putz und zerbrochene Fliesen gehören, ist der Vermieter zuständig. Regen aus defekten Regenrinnen oder von höherliegenden Balkonen herabspritzendes Wasser kann einen Mangel darstellen, der eine Mietminderung rechtfertigt. Bauliche Veränderungen seitens des Mieters sind auf jeden Fall vertragswidrig, wenn die Gesamtansicht der Fassade beeinträchtigt oder die Bausubstanz angegriffen wird. Mehr Informationen finden sich auf www.iv-mieterschutz.de.

Bild: Interessenverband Mieterschutz e.V.

Grüße
Stephan

Über den Autor

Stephan

Hallo, ich bin der Stephan, freier Autor und Hobbyblogger. Ich mache mein Fachabitur und in meiner Freizeit blogge ich hier und da mal was. Grüße

3 Kommentare

  • Wenn der Vermieter das Anbringen von Sat-Schüsseln nicht gestattet, muss man nicht darauf verzichten.
    Man montiert diese einfach auf einem Standfuss, welcher auf einer Waschbetonplatte montiert ist. Dadurch gibt es keine Veränderung an der Bausubstanz und Bedarf keiner Genehmigung des Vermieters. Die Schüssel selbst kann zu einem Drittel zusehen sehen sein.

    • Hallo Tim,

      schön und gut aber, man sollte trotzt um die Erlaubnis des Vermieters bitten/fragen. Wenn der nicht Erlaubt, dann liebr nicht, auch nicht auf eine Waschbetonplatte. (optische Beeinträchtigung)

      Eine erhebliche optische Beeinträchtigung des Anwesens ist gegeben, wenn die am Balkongeländer montierte Satellitenantenne (80 cm Durchmesser) in den Luftraum vor dem Geländer hineinragt, sich damit deutlich von der Fassade des Hauses abhebt und vom gegenüberliegenden Gebäude und der Straße aus sichtbar ist.

      Diese Grundsätze gelten auch für deutsche Staatsangehörige mit ausländischer Herkunft, z. B. für Ausländer, die zwischenzeitlich die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen haben. Der Wechsel der Staatsangehörigkeit schränkt das Grundrecht auf Informationsfreiheit nicht ein. Auch als zwischenzeitlich deutsche Staatsbürger steht Bürgern mit ausländischer Herkunft das Recht zu, sich aus Sendern ihres Heimatstaates zu informieren.

      Ohne nähere Prüfung einer evtl. Verunstaltung des Anwesens ist der Vermieter zur Verweigerung der Erlaubnis berechtigt, wenn der Mieter nicht sämtliche vom OLG Karlsruhe (3 REMiet 2/93; s. Abschnitt 3.1) geforderten Bedingungen erfüllt. Leistet der Mieter z. B. auf Verlangen des Vermieters keine Sicherheit für die voraussichtlichen Kosten der Wiederentfernung der Antenne, steht dem Mieter kein Anspruch auf Erlaubnis der Montage zu.

      Info: http://www.haufe.de/recht/deutsches-anwalt-office-premium/antenne-im-mietrecht-34-optische-beeintraechtigung_idesk_PI17574_HI2600575.html

      LG

  • Als Mieter ist man wirklich sehr eingeschränkt was die Gestaltung seines Balkons angeht. So wollte ich auf meinem recht großen Balkon ein Pavillon aufstellen. Diesen habe ich mit schweren Steinen gesichert, so dass noch nicht einmal eine Verankerung in der Wand notwendig war. Jedoch hat der Vermieter darauf bestanden, dass ich den Pavillon wieder abbaue. Er würde das Erscheinungsbild des Hauses verändern und wäre damit nicht erlaubt. Echt unglaublich!

    Viele Grüße

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