Weihnachten, oder warum brennt das Lichtlein?

Zuweilen wieseln wie jedes Jahr im Dezember wieder die Reporter durch die Fußgängerzonen Deutschlands und stellen die völlig überraschten Durchschnitts-Passanten vor die übermenschliche Aufgabe, den Sinn von Weihnachten zu erklären. Dabei ist das doch ganz einfach, oder? Nun ja – die Antworten der Passanten erzählen aber eine andere Story. Denn neben Nackengymnastik gibt es eigentlich nur zu hören, dass zu Weihnachten Geschenke verteilt werden. Und wie jedes Jahr wird nach etwa 5 bis 7 desolaten Aufklärungsversuchen der Fußgängerzone Nomaden kurz und bündig erklärt, dass zu Weihnachten Jesu Geburt gefeiert wird, dass es traurig ist, dass das niemand mehr weiß und zum Schluss kommt noch die Wettervorhersage. Und wie jedes Jahr höre ich schon die tollen Familiengespräche im Wohnzimmer vor dem Fernseher: Traurig, dass keiner mehr den wahren Sinn von Weihnachten mehr kennt. Die sollten sich alle was schämen. Wenn die gar nicht wissen, was Weihnachten ist, warum feiern die das dann überhaupt? Übrigens: Was machen wir eigentlich zu Weihnachten? Wann kommt noch gleich der Weihnachtsmann? …

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Ah – der Weihnachtsmann! Ja genau. Wenn wir jetzt mal alle Eltern in allen Ländern der Welt, die Weihnachten feiern, fragen, was sie ihren Kindern über das Fest der Liebe und der Lichter, der Besinnlichkeit und Vorfreude, der Familie und Entschleunigung erzählen, erhalten wir sicherlich mit überragend großer Mehrheit die Antwort: Seid schön brav, damit ihr am heiligen Abend auch etwas schönes vom Weihnachtsmann bekommt.

Kommen wir wieder zurück zu unseren armen Labor-Passanten im Versuchsaufbau Fußgängerzone. Warum antworten die also, dass es zu Weihnachten Geschenke gibt und Ende? Weil sie seit Kindheit an von ihren Eltern zu hören bekommen haben: Sei brav und der Weihnachtsmann bringt Geschenke. Irgendwann wurden sie groß und erfuhren, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Seit dem gibt´s halt nur noch Geschenke.

Aber wer oder was hat den Weihnachtsmann überhaupt erfunden – und warum? Ist die Geschichte von Jesu Geburt denn nicht ausreichend genug? Immerhin hat Papst Gregor der Große die Adventszeit eingeführt – eben mit dem Ziel, sich auf das Andenken der Geburt Jesu vorzubereiten. Fraglich ist bloß, wie man sich an das Kind in der Krippe erinnern soll, wenn die Kinder immer nur auf den dicken rot weiß gekleideten Mann mit den Geschenken warten.

Ah – Was wäre Weihnachten ohne den Weihnachtsbaum?

Egal, ob Tanne oder Fichte, die Hauptsache ist, dass es sich um einen Nadelbaum handelt. Dieser hält gegen Ende der Adventszeit Einzug in viele Wohnungen und öffentliche Plätze.

Diese Tradition hat ihren Ursprung im 19. Jahrhundert und verbreitete sich von Deutschland aus in die ganze Welt.
Der Weihnachtsbaum symbolisiert das Leben und die Fruchtbarkeit. Der immergrüne Weihnachtsbaum steht für die Unsterblichkeit und grün selbst gilt als die „Farbe der Hoffnung“. Damit ist im traditionellen Sinne die Hoffnung auf das Wiedererwachen der Natur im kommenden Frühjahr gemeint.

Zum Weihnachtsfest wird der Baum festlich geschmückt. In christlichen Familien mit kleinen Kindern geschieht dies häufig heimlich. Die Kinder freuen sich am Heiligen Abend darüber, dass das Christkind den Weihnachtsbaum und die Geschenke gebracht hat.

Die Klassiker beim Baumschmuck sind Christbaumkugeln und Lichter, früher waren es Kerzen, heute geht der Trend zu Lichterketten. Darüber hinaus sind der Fantasie und dem Geschmack keine Grenzen gesetzt: Glitzerndes Lametta, winterlicher Kunstschnee, Naturmaterialien wie Holzanhänger oder Strohsterne oder ganz klassisch Äpfel, Nüsse und Süßigkeiten – erlaubt ist, was gefällt.

Ich selbst fand bei meinen Gesprächen mit anderen Menschen selten das, was Weihnachten ausmacht.

Was Weihnachten – für mich bedeutet:

Kommerz, Stress, Hektik und Streitigkeiten schienen der Inhalt dieses Festes (geworden) zu sein.

Damit wollte ich mich nicht abfinden.

Ich fing an zu suchen und fand so unglaublich viele Spuren, die alle eines gemeinsam hatten – sie waren so unterschiedlich wie die Farben eines Regenbogens.

Diese Seite hier gibt keine Antwort auf die Frage „Was bedeutet Weihnachten“, sondern einen Einblick in die verschiedenen Bedeutungen.

Und doch möchte ich sagen, dass Weihnachten eines ist nur eines – Weihnachten ist kein Wirtschaftsfaktor der Konsumgesellschaft.