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Die Übernahme rückt näher

Für den deutschen Baukonzern Hochtief wird es langsam immer schwieriger die vom spanischen Konkurrenten ACS geplante Übernahme abzuwehren. Nachdem der Konzern Anfang des Monats sein Übernahmeangebot vorlegte, reagiert nun der erste große Investor darauf. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, kündigte der Finanzinvestor Southeastern Asset Management heute an, “ungefähr” zwei Millionen Hochtief-Aktien an ACS verkaufen zu wollen. Mit diesem Schritt würde der spanische Konzern der angestrebten 30-Prozent-Beteiligungs-Marke ein gutes Stück näher kommen.

Enttäuschung über Katar-Einstieg

Als Grund für den Verkauf gab Scott Cobb, der Chef der Investmentgesellschaft, einerseits das am Mittwoch verbesserte Übernahmeangebot sowie Enttäuschungen vom Hochtief-Management an. So wurde der Chef von Hochtief, Herbert Lütkestratkötter, von seinem Investor scharf wegen der mit dem Einstieg von Katar zusammenhängenden Kapitalerhöhung kritisiert. Trotzdem möchte man bei Southeastern noch einen Teil der Aktien in der Hinterhand behalten – damit die Kunden “nach wie vor an einer Wertsteigerung partizipieren, wenn die dramatische Unterbewertung der Hochtief-Aktie aufgeholt wird”, wie Cobb erklärte.

Southeastern, die ebenfalls mit 6,5 Prozent bei ACS beteiligt sind, hält knapp 3,7 Millionen Hochtief-Aktien, was 4,84 Prozent des Grundkapitals entspricht. Mit den rund zwei Millionen zusätzlichen Aktien würde ACS von derzeit 27,25 Prozent auf 29,85 Prozent der Anteile am Essener Konzern kommen. Laut Finanzkreisen könne die Übernahme nun nur noch über eine Kapitalerhöhung abgewehrt werden. Wenn der Konzern von Real-Madrid-Chef Florentino Perez 30 Prozent der Aktien in seinen Besitz bringt, könnte er ohne viel Stress die restlichen Anteile über die Börse hinweg einkaufen. So lange, bis man die Mehrheit am Unternehmen besitzt.

Kein Zeitdruck für Anleger

Wie ein Sprecher des deutschen Konzerns mitteilte, habe man die Ankündigung des eigenen Investors zur Kenntnis genommen. “Das neue Angebot von ACS liegt weiter unterhalb des Börsenkurses der Hochtief-Aktie sowie deutlich unter dem Durchschnitt der Analystenschätzugen”, betonte er diesbezüglich. “Wir empfehlen unseren Aktionären keine Entscheidung zu treffen, bis Hochtief die aktualisierte Stellungnahme zum ersten Angebot veröffentlicht hat. Es besteht keinerlei Zeitdruck für unsere Anleger.”

Am Mittwoch erst wurde das Übernahmeangebot von Seiten ACS’ überraschenderweise aufgestockt. Statt den bisher acht ACS-Aktien, bekommt man nun für fünf Hochtief-Papiere neun ACS-Aktien. Mit seinem vorherigen Angebot hatte der spanische Konzern wenig Erfolg. In den zwei Wochen seit der Veröffentlichung hat er gerade einmal 277 Hochtief-Anteilscheine erhalten.

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