“Supertalent 2010″ – Freddy Sahin-Scholl spricht über sein neues Album

Freddy Sahin Scholl, das neue Supertalent von Deutschland hat eine große Wirkung mit seinen Auftritten bei der Jury und den vielen Menschen die Das Supertalent vor den Bildschirmen verfolgten.

Freddy Sahin-Scholl (c) RTL / Stefan Gregorowius

Da Freddy mit seiner Bariton- und Sopranstimmt mit sich selbst im Duett singen kann, ist er so beliebt geworden und hat zahlreiche Fans im Sturm auf sich gezogen. Er wuchs bei Pflegeeltern auf, lernte seine leiblichen Eltern nie kennen und hat 25 Jahre als Krankenpfleger gearbeitet.

Nun fasziniert er Millionen von Menschen und sein Album “Carpe Diem” welches seit dem 20. Dezember offiziell im Handel ist kommt sehr gut an. Freddy Sahin Scholl spricht üer seine Songs die man im neuen Album hören kann und was sie für ihn bedeuten:

01. „Intro“


Freddy Sahin-Scholl: „Dies ist eigentlich nur der Vorspann zu dem eigentlichen Werk “Carpe Diem“. Er ist als einzelner Track auf dem Album, weil das Entrée inklusive Intro bei Live-Auftritten manchmal etwas zu lang wäre, also haben wir es getrennt, damit man es überspringen kann. Musikalisch gehört es aber natürlich zu “Carpe Diem’.“

02. „Carpe Diem“


Freddy Sahin-Scholl: „Das Stück habe ich, wie alle anderen Songs der CD, 1999 geschrieben. In diesem Jahr gab es eine Sonnenfinsternis. Ich besuchte damals ein älteres Ehepaar im Krankenhaus, das sich zum Sterben dorthin begeben hatte. Sie wollten nicht alleine aus dem Leben gehen, deshalb beschlossen sie, es gemeinsam zu tun. Ich kannte die beiden durch meine Arbeit als Krankenpfleger im Krankenhaus. Ich besuchte sie am besagten Tag und habe sie im Rollstuhl auf das Dach des Krankenhauses mitgenommen.

Dort haben wir dann dieses einmalige Ereignis zusammen verfolgt. Ich hatte zwei Sonnenbrillen dabei, die sie aufsetzten. Auf diese Weise ist die Inspiration für ‚Carpe Diem’ entstanden. ‚Nutze den Tag’ – es war für die beiden noch einmal ein gemeinsames Riesenerlebnis, da oben zu stehen und die Sonnenfinsternis zu betrachten. Zu Hause hat mich die Sache sehr beschäftigt und ich habe sofort am Klavier das Motiv ausgearbeitet.

Erst aufgrund dieses Erlebnisses kam mir überhaupt die Idee, eine CD zu machen. Ich habe das Album selbst produziert, ohne Plattenfirma. Dafür gab ich alle meine Sicherheiten auf, ich kündigte meine Lebensversicherung, nur, um mir diesen Wunsch zu erfüllen. Die Aufnahmen fanden im Studio von Edo Zanki in Karlsdorf statt, zusammen mit Freunden, die mich unterstützten.“

03. „Sarah“


Freddy Sahin-Scholl: „‘Sarah‘ ist eine ‘nicht gelebte Liebe’. Ich war damals verheiratet und hatte mich in meine ganz große Liebe verliebt, aufgrund der Konstellation konnte daraus allerdings nichts werden. Wir hatten ein Kind, es war alles sehr schwierig und ich konnte es ausschließlich musikalisch bearbeiten, indem ich diesen Song schrieb.“

04. „Ombra Mai Fu“


Freddy Sahin-Scholl: „Die Inspiration war das Phänomen des Sopran / Falsetts / Countertenors. Den Song nahm ich auf die Platte, weil mich der Film über den Kastraten ‚Faranelli’ so bewegt hatte. Ich wollte diesen Klassiker von Händel einmal bearbeiten. Ich habe ihn schneller gemacht und – was in der ursprünglichen Fassung nicht vorkommt – einen Bariton dazu gestellt. Normalerweise hören wir nur eine Sopranstimme.“

08. „Solo Angelica“


Freddy Sahin-Scholl: „Ich bin verliebt in tolle Arien. Ich bin sehr von der Klassik inspiriert, obwohl ich kein Klassiker bin. Ich bin nicht der Opernsänger, für den man mich möglicherweise durch die ‚Das Supertalent‘ halten könnte. Mein Spektrum ist viel größer, viel offener. Das hört man auch im Gesamtkontext der Stücke. Es soll eine Hommage an die Anmutung sein, wenn man auf der Bühne steht und ganz intim eine Arie singt. Es geht auch hier um eine platonische Liebe, also man spricht nicht aus, dass man jemanden liebt oder anhimmelt, das Gefühl wird nur lyrisch verarbeitet. Früher war es ja Gang und Gäbe, dass es auch eine platonische Liebe gibt. Man gibt nicht zu erkennen, dass man jemanden begehrt, anstatt dessen erhöht man die Person und beschreibt sie auf eine andere Art und Weise. So ist das Stück angelegt.“

Freddy Sahin-Scholl "Carpe Diem"-Cover

09. „No Never My Love“


Freddy Sahin-Scholl: „Das ist ganz einfach eine schöne Liebesballade. Das ist ebenfalls ein Teil von mir, der sagt: ‚Es kann auch ein bisschen ans Herz gehen, es darf dann doch nicht alles zu klassisch wirken, es muss nicht immer diesen opulenten Aufbau haben‘. Es ist eine nette Ballade, die ich den Menschen schenke. Darin kann sich jeder wiederfinden und was sie oder er empfindet.”

10. „Galileo“


Freddy Sahin-Scholl: „Mein bisheriger Künstlername war ‚Galileo‘ und deshalb wollte ich ein kleines Intro einbauen, um auch ein musikalisches Branding zu haben. Die Wahl des Namens hat ebenfalls etwas mit Sonnenfinsternis zu tun. Freunde, die die Musik gehört hatten, sagten mir, ich solle mich doch nach einem Planeten benennen, angesichts der ‚abgespaceten Stimmen‘, die ich mache. ‘Lupo’ wollte ich nicht heißen, ‘Mars’ war auch schon belegt und dann kam mir der Astrophysiker Galileo in den Sinn, weil auch er Thesen aufgestellt hat, die die Menschen anfangs sehr irritierten – so wie ich das mit meinem Gesang ja auch ein wenig tue. Die meisten sind zunächst etwas verwirrt und können gar nicht glauben, dass das funktionieren kann – in einem Song die Stimmen so zu wechseln, dass man mit sich selbst im Duett singt. Und deswegen fand ich den Namen recht passend, der darüber hinaus auch weltweit funktioniert.“

11. „I’m A Dreamer”


Freddy Sahin-Scholl: „Das ist eine Erinnerung an meine Kindheit. Die Träume, die man als Kind hat, sollte man nie aufgeben, sondern weiter tragen, deshalb habe ich das Stück nur sopran gesungen, also mit einer kindlichen Knabenstimme. Es ist ein wunderschöner Song.“

12. „Seize The Day“


Freddy Sahin-Scholl: „Das ist eine andere Version von ‚Carpe Diem‘, eine andere instrumentale Umsetzung, die ein bisschen sphärischer ist. Das Stück soll die Gesamtgeschichte zu einem Abschluss bringen, ‘Carpe Diem’ ist für mich eine Art Konzeptalbum, also nicht nur eine Aneinanderreihung von Titeln. Jeder Song erzählt im Kontext ein Kapitel der Geschichte, die ich mir vorgestellt habe.“

13. „My Love“ (Bonusstück)


Freddy Sahin-Scholl: „Den Titel hab ich ursprünglich für eine Fernsehsendung aufgenommen, die dann aber nicht stattfand. Zucchero ist ein Komponist, den ich sehr verehre. Er schreibt ganz einfach wunderschöne Sachen. Ich fand es interessant, ‘My Love’ einmal in einer anderen Anmutung zu hören, Diese Version hat einen Live-Charakter, damit es sich von den Studio-Einspielungen etwas abhebt.“

Über den Autor

Olena Seregina

Was ich soll und schulde, steht im Steuerbescheid.
Was ich nicht darf, steht im Strafgesetzbuch.
Und alles andere kann ich selbst entscheiden.
/ viktor37/

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